Die Patiencekarte umfasst 2 Spiele zu je 52 Blatt, mit denen
sich alle Patiencen von 32 bis7 104 Blatt legen lassen. Jedes Spiel teilt
sich zu je 13 Karten in die 4 Farben. Treff (Kreuz), Pik, Herz, Karo.
Der Ausdruck "Farbe" hat also nichts mit Schwarz oder Rot zu tun. Die
Reihenfolge der Karten lautet: 1 (As), 2 bis 10, Bube, Dame, König. In
der Reihenfolge vom As zum König sind die Karten nach steigenden Werten
geordnet. Jede der 4 Farben in einer Reihenfolge nennt man einen "Stamm",
mehrere aufeinanderfolgende Karten eines "Stammes" bilden eine "Flöte".
Grundregeln:
1. Vor Beginn eines Spieles müssen die Karten gut gemischt und abgehoben
werden.
2. Beim Auflegen muss der Talon (so nennt man die Karten, die man nach
Auslegen der Figur als Päckchen in der Hand behält) die Rückseite der
Karten zeigen.
3. Bei jeder Patience wird zunächst mit den Karten der aufgelegten Figur
gespielt, sofern dies möglich ist, dann erst beginnt das Aufdecken und
Durchspielen des Talons.
Das Ziel der meisten Patiencen liegt darin, die ungeordnet ausgelegten
Karten - je nach Spielart - auf dazu bestimmten Haupt- oder Grundkarten
wieder zu Stämmen zu vereinigen; aufbauend bei steigenden, abbauend bei
fallenden Werten. Die auf den Hauptkarten sich häufenden Karten heißen
"Hauptpäckchen". Es gibt auch Patiencen mit anderen Zielen, alle finden
jedoch mit dem "Aufgehen" der Patience ihre Lösung und ihr Ende.
4 Beispiele
1. Das Quadrat Vor einem Patiencespiel werden 4 Karten in Quadratform
ausgelegt. Finden sich dabei zwei von gleicher Farbe (2 Herzblätter, 2
Pikblätter usw.), so dürfen diese von 2 neuen Karten bedeckt werden. Können
alle Blätter des Spieles verteilt werden, bevor 4 Karten verschiedener
Farbe (Kreuz, Pik, Herz, Karo) als Deckblätter erscheinen, so ist die
Patience aufgegangen.
2. Das Hochzeitsspiel Aus einem Patiencespiel werden Herz-Dame und -König
entfernt; letzterer wird unter das Spiel geschoben. Herz-Dame wird offen
auf den Tisch gelegt, daneben werden von links nach rechts weitere Karten
gereiht. Nebeneinander liegende gleichfarbige oder gleichwertige Karten
werden fortgelegt. Trifft es sich, dass nur ein Blatt oder höchstens zwei
Blätter zwischen gleichfarbigen oder gleichwertigen Karten (zwischen 2
Königen, zwischen 2 Kreuzblättern usw.) erscheinen, so können die störenden
Blätter entfernt und die gleichen nebeneinander geschoben werden. Gelingt
es, alle Karten des Spieles zu entfernen, so muss zum Schluss das Hochzeitspaar
Herz-Dame und Herz-König vereinigt sein.
3. Das Königsspiel Die 4 Asse eines Patiencespieles werden als Grundkarten
auf den Tisch gelegt, daneben ordnet man, nachdem gemischt wurde, 12 Hilfskarten.
Nun kann der Talon durchgespielt werden, dabei wird auf die Grundkarten
in aufsteigender Folge und gleicher Farbe, auf die Hilfskarten absteigend
aufgespielt. Sobald es möglich ist, werden die Hilfskarten zum Aufspielen
auf die Grundkarten verwendet; ein freiwerdender Platz wird dann durch
das oberste Blatt des Talons ersetzt. Die Patience ist aufgegangen, wenn
alle vier Stämme mit den Königen abschließen, nachdem der Talon nur einmal
durchgespielt wurde.
4. Die Pyramide 15 Karten eines Patiencespieles werden in Pyramidenform
aufgelegt. Von diesen wählt man sich die Grundkarte bzw. Karten möglichst
so, dass gleich mehrere Blätter aus der Figur entfernt werden können.
Auf den Grundkarten wird in gleicher Farbe und aufsteigender Folge aufgespielt.
Die im Bilde entstandenen Lücken werden durch die jeweils oberste Karte
des Talons ersetzt, der aber nur einmal durchgenommen werden darf. Zum
Schluss sollen die 4 Farben in 4 Päckchen vereinigt werden. |