 |
| Italienische Farben |
| Italien |
|
 |
In Italien, Südfrankreich und Spanien benutzt man die gleichen
Farbzeichen: Schwerter, Stäbe, Becher und Münzen. Unterschiede sind
in Anordnung und Form der Farbzeichen zu suchen: Die Schwerter sind
in Italien Krummschwerter (bzw. Langschwerter) und gedrechselte
Stäbe. Die Schwerter bilden in ihrer Anordnung meist ein Oval, die
Stäbe ein X.
Die einzelnen italienischen Landschaften besitzen ihre eigenen -
noch heute gespielten - Kartenbilder, z. B. Venetien, die Lombardei
oder Piemont. In Süditalien verwendet man spanische Karten (»Napoletane«).
|
 |
| Italienische Farben |
| Spanien |
|
 |
| Auf den spanischen Karten sind die Schwerter (Kurzschwerter) so
angeordnet, dass sie sich nicht überschneiden. Die »Stäbe« besitzen
die Form von Keulen. Figurenkarten sind wie in Italien König, Reiter
und Bube. Spanien kennt die Zahlenkarten 9 bis 1, Italien 10 bis
1. Obwohl das vollständige spanische Kartenspiel 48 Blatt umfaßt,
haben die meisten Spiele nur 40 Karten, bedingt durch das Nationalspiel
Hombre. Eine eigene Gruppe bilden die portugiesischen Karten mit
dem charakteristischen Drachen auf dem As. Spanische und portugiesische
Karten wurden in Übersee vielfach nachgeahmt. |
 |
| Italienische Farben |
| Chronologie |
|
 |
Das älteste sichere Datum für die Geschichte der Spielkarten stammt
aus Italien. Für den 23. Mai 1376 bzw. 1377 gibt es den ersten Nachweis,
dass man in Europa Karten spielte. In einer Verordnung der Stadt
Florenz wird das Spiel, das neu eingeführt sei, verboten.
1379 tauchen die Karten zum ersten Mal in Viterbo auf. Um 1380 gibt
es auch in Spanien Spielkarten. Die ältesten erhaltenen Exemplare
aus Italien sowie aus Südfrankreich/Spanien stammen erst aus dem
15. Jahrhundert. |
 |
|
|
 |
| Im deutschen Sprachgebiet werden die Farbzeichen Eichel, Blatt,
Herz und Schelle verwendet. Einzelne Landschaften haben ihr eigenes
Bild: z. B. Franken (Ansbach), Bayern, Salzburger Land, Sachsen
oder Preußen. Die sogenannten »Schnapskarten« sind im heutigen Österreich
verbreitet. Auch in Osteuropa, so in Polen und Rußland, werden die
deutschen Farben gespielt. - Dem König folgen Ober(mann) und Unter(mann),
durch die Kleidung sind sie als Soldaten bezeichnet. Als Fechter
oder Musikanten verrichten sie militärische Übungen. |
 |
|
|
 |
| Das Gebiet des Oberrheins spielt in der Geschichte der Spielkarten
eine besondere Rolle. Nicht nur, dass aus diesem Gebiet die ältesten
erhaltenen Karten mit deutschen Farben stammen, auch die größte
Vielfalt an Farbzeichen ist hier für das 15. und 16. Jahrhundert
nachzuweisen. Spiele mit bis zu 16 Farbzeichen können erschlossen
werden. In den vier Schweizer Farbzeichen: Eichel, Schilten, Blumen
und Schellen hat sich eine Sonderform erhalten, die bis in diese
frühe Zeit zurückgeht. Die Karten werden heute vornehmlich für das
schweizerische Nationalspiel »Jass« verwendet. |
 |
| Deutsche Farben |
| Chronologie |
>
|
 |
| Einem brauchbaren Denkmodell zufolge haben sich die deutschen
Farben aus den italienischen entwickelt. Fast gleichzeitig wie in
Italien ist das Kartenspiel auch nördlich der Alpen nachzuweisen
(1377 Basel). Schon 1379 haben wir eine Nachricht aus Brabant, 1380
aus Nürnberg. Die Verbreitung erfolgte in Windeseile entlang der
Handelsstraßen. - Das älteste Spiel, das sogenannte »Stuttgarter
Kartenspiel« zwischen 1427 und 1431 gemalt, bildet noch deutlich
die feudale Ordnung ab, die die Kartenfiguren bis heute prägt. Thema
des Spieles ist eine höfische Jagd. |
 |
|
|
 |
In aller Welt spielt man heute mit Spielkarten, die mit den französischen
Farbzeichen: Treff ( = Kreuz), Pik, Herz und Karo versehen sind.
Der besonders rationelle Fertigungsprozeß hat wohl wesentlich zur
Durchsetzung der französischen Farbzeichen beigetragen. König, Dame
und Bube sind die Figurenkarten, die nach Ländern unterschiedlich
aussehen.
Das Bild, das in Frankreich vor der großen Revolution üblich war,
ist heute als Internationales Bild in aller Welt verbreitet. In
Deutschland und Österreich führten eigene Entwicklungen seit dem
Ende des 18. Jahrhunderts zu den heute üblichen Bildern. |
 |
| Französische Farben |
| Chronologie |
>
|
 |
| Im Jahr 1392 wird das Kartenspiel zum ersten Mal in Frankreich
erwähnt, also später als in Italien und Deutschland. Die ältesten
Karten stammen weit gehend aus Lyon, einer Stadt, in der das Kartenmacherhandwerk
blühte. Von der nordfranzösischen Stadt Rouen hingegen wanderten
die Spielkarten erst im 15. Jahrhundert nach England. Die französische
Revolution beseitigt auch die feudalen Herrschaftszeichen auf den
Spielkarten. Mit Napoleon kehren sie dann - verändert - wieder.
Seit dem 18. Jahrhundert sind zahlreiche Versuche, das Kartenbild
zu erneuern, nachzuweisen. |
 |
|